Mit dem großen Regal über dem Schreibtisch ist das Kapitel Zimmer”verschönerung” noch lange nicht abgeschlossen. Bisher war es so, dass die einzige Stromquelle in der Nähe des Schreibtisches eine 5er Mehrfachsteckdose an seiner Rückseite war. Selbst für dauerhaft angeschlossene Geräte war das ein wenig ungünstig, wenn man die Stand-by Verbraucher stilllegen wollte. Wenn man dafür immer unter den Tisch kriechen muss, senkt das die Motivation der Umwelt etwas Gutes zu tun doch erheblich.
Mein geschätzter Mitbewohner hat die Problematik bei seinem Eigenbauschreibtisch rechtzeitig erkannt und einen Stromkreis integriert, der sich mit einem Schalter auf der Oberseite bequem erschlagen lässt. Sinnvollerweise wurden von ihm auch noch ein paar Steckdosen in die Konstruktion integriert. Weil ich meinen 50er Jahre Schreibtisch nicht besägen wollte, fehlte so etwas bisher an meinem Tischchen. Bei den Regalen ist aber weniger Zurückhaltung angesagt. Da gibt es weder historische noch materielle Werte zu zerstören und so wird die komplette Elektrik rund um den Schreibtisch über das Regal verlegt.
Weiße Aufputzdosen sind für mein Zimmer mit leichtem Fifties-Touch natürlich keine Lösung. Gut, dass noch irgendwo in meinen Lagerbeständen ein Kistchen mit orginalen Bakelitschaltern (und -Dosen ) gibt.
Mein absoluter Lieblingsschalter ist dieser hier:

Wenn man den dreht, kann man ihm auch noch ein richtig sattes *Klack* entlocken und nicht nur so ein schwachbrüstiges Klicken, an dem modernes Schaltergerät so oft leidet. Damit man auch regelmäßig etwas davon hat, ist dieser für mein Hauptlicht eingeplant.
Für richtiges Keller und Werkstattfeeling wird natürlich auch nur Aufputzleitung mit Nagelschellen verwendet. Wahrlich nicht schön, aber stilecht. Hätte in diesem Zusammenhang gerne schwarzes Kabel verbaut, aber “Installationsgrau” lag gerade noch herum und hat mir schon wieder 20€ gespart. Muss man halt in den installationsgrauen Apfel beißen.

Der Klotz ist beim Betreten des Zimmers nicht zu übersehen. Der alte Schalter musste in jedem Fall ersetzt werden, da er hinter dem dunklen Regal verschwunden war.

Sicherheitshinweis: An dieser Stelle wird mit 230V Wechselspannung gearbeitet. Das ist nur etwas für den entsprechend ausgebildeten Fachmann.Wer sich da nicht sicher ist lässt lieber die Finger davon. Für eventuelle Folgeschäden übernehme ich keine Haftung.
Nun jedoch zum Schreibtisch selbst. Sowohl links als auch rechts sollten sich gut erreichbare Dosen befinden um mal irgendwelchen Kleinkram anschließen zu können. Gerade wenn man bastelt, ist es von Vorteil auch “mal ebend” Zugriff auf 230V zu haben. Aus diesem Grund sind auch alle Dosen am auf der Schreibtischoberseite einzeln schaltbar, je nach Bedarf.
Schreibtisch links:

Die Zuleitungen sind auf diesem Bild noch nicht befestigt, inzwischen sieht das alles nicht mehr so chaotisch aus. Die Bilder entstanden jedoch überwiegend am späten Abend. Die Nachbarn hätten mich geteert und gefeedert, wenn ich in unserem hellhörigen Altbau zu später Stunde noch Nägel ins Holz getrieben hätte.

Auf der rechten Seite sieht es dann so aus. Die kleine Ablage dient in 1. Linie als Lagerfläche für mein Laptopnetzteil, dementsprechend ist auch eine der zwei Dosen immer besetzt. Beide Dosen lassen sich individuell über den Doppelschalter darunter steuern.

Auf der rechten Seite befindet sich ebenfalls eine Verteilerdose, die ursprünglich auch mal grau war. Von hier gehen noch zwei Dosen ab, die sich auf der Regalaußenseite befinden (markant mausgrau, nichts besonderes).
Der Brenner wurde wie im “dirty trix how-to” dazu genutzt um die die PP-Oberfläche zu aktivieren. Im nächsten Schritt wurde die Dose dann mattschwarz lackiert.

Für den finalen Look gab es dann noch eine Aluplatte in unmissverständlicher Farbgebung spendiert …

Kratzer für den Used-Look sind natürlich Pflicht. Die gelbe Farbe war ursprünglich auch deutlich agressiver und das Schild wirkte irgendwie zu “neu”. Schwarzer Farbnebel aus ca. 50cm Abstand sorgten hier für die nötige künstliche Patina.


Was bisher an Industrieoptik verbaut wurde, war mir aber noch zu wenig. In der Kiste mit den Bakelitfundstücken befanden sich auch noch zwei grobe Notaus- oder Maschinenschalter aus der gleichen Zeit. Die Glasscheibe vor dem großen roten Knopf hat die Zeiten leider nicht überdauert.

So sahen die Burschen von innen aus …

Zu meiner großen Freude stellte sich heraus, dass es sich bei Taster und Kontaktgeber bereits um getrennte Einheiten handelte. Der alte Wechsler aus Bakelit liegt oben, neben dem Taster. Mit einem Wechsler war mir an dieser Stelle jedoch wenig geholfen. Ein Blick in die Restekiste förderte jedoch Geräteschalter mit entsprechender Schaltfestigkeit zu Tage.

Eine neue Halterung für die Schalter war schnell geschnitzt…

… und meine nicht ganz alltäglichen Schalter waren einsatzfähig.

Dieser befindet sich gut erreichbar in der Nähe des Laptops und schaltet alle Geräte, die nicht dauerhaft am Netz hängen müssen ( Lappi, Drucker, Monitor, Ladegeräte usw. usf.)

Notaus Nummer 2 trennt einfach alles vom Netz was sich in, an, oder auf den Regalen befindet und macht damit seinem Namen alle Ehre.

In Regal Nummer 2 (wird nachgereicht
) soll ein großer Bereich für meine Artemide Wandlampe reserviert werden. 100W Halogenpower sind mir über dem Bett dann aber doch etwas zu viel. Mit einem Dimmer ließ sich das Lämpchen aber hervorangend an die eigene Bedrüfnisse anpassen.
Der Dimmer wurde natürlich auch mit einem Bakelitmonster kombiniert.

Damit wäre das Kapitel “Elektroinstallation” in meinem Zimmerchen auch abgeschlossen. Für die Freunde edler Lampen gibt es noch ein paar Bilder von der Artemide (Sidecar) “Warrior”.


habe mal versucht die Glühwendel zu fotografieren, aber meine Billigcam hat sich standhaft geweigert das Ding sauber zu fokussieren.

und wo wir gerade beim Thema waren … Platzprobleme kennen auch ganz andere …

Done …

Zeit: 2 Abende
Geld: 10€ für Elektroverbrauchsmaterial ( wäre alles neu gewesen, bestimmt um die 50€)

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