22
Feb
10

rbt’s crib – Nachtlager

Wie auch bei den Regalen begann all das Unheil mit einer kleinen Einkaufstour mit dem Fahrradanhänger. In diesem Fall aber nicht  zum Baumarkt sondern dem Schrottie um die Ecke…

Da findet man ja immer die tollsten Sachen: Spülbecken aus Edelstahl z.B., die sollen an dieser Stelle aber nicht das Thema sein. Wichtig für das aktuelle Projekt sind die beiden 3,8m Alustreifen in dem hübschen Stoffbeutel. Beide Streifen sind ca. 18cm breit und addiert ergibt das ungefähr die Breite zwischen Wand und Bett.

Wie mancher sich vieleicht noch erinnert, das Bett steht quer vor dem Fenster und den Platz reklamiert eigentlich schon die Heizung für sich. Auf Dauer natürlich kein Zustand, irgendwas fällt einem immer in den Zwischenraum. Die Zwischenraumfrage erhält auch noch dadurch eine besondere Brisanz, dass das Bett noch ein wenig (ca. 30cm) aufgebockt werden soll. Wäre ja schade, wenn man den Platz unterm Bet verschenken würde.  Wenn dann was fällt, kommt man sicher nicht mehr dran, die Matratzenoberkannte sollte sich dann gut 80cm über dem Boden befinden.

Bevor es jedoch an die Aluschneiderei gehen konnte, musste ersteinmal eine stabile Unterkonstruktion geschaffen werden. Die Schablone gibt die Form vor … Die Aussparung am Ende lässt Raum für den Heizkörper.

Von meinen Rauspundvorräten ist leider nichts über den Winter gekommen  und so musste auf die gute alte Spanplatte zurückgegriffen werden. Die Nachbarn waren so freundlich einen alten Hängeschrank an die Straße zu stellen.

Viel mehr ist von dem “guten” Stück dann nicht mehr übrig geblieben. Die Kanten sind auch alles andere als gerade, aber etwas anderes als eine Stichsäge stand leider nicht zur Verfügung. Das sich eine offene Werkstatt mit Holz- (ink. Formatkreissäge!!), Fahrrad- und Metallabteilung nur knappe 50m Luftlinie von meinem neuen Domizil befindet war leider noch nicht bekannt.

Zusammengetackert wurde alles mit Winkeln und Spax. Der ganze Krams hat dann am Ende doch besser gepasst als gedacht. Rechtwinkelige Wände kennt ja Gott sei Dank ja auch nur der Grundriß. In der Realität sieht das Maurerauge die Sache ja etwas unkritischer ;)

Jetzt konnten die Aluteile also in die Küche geschleift und die Nachbarn noch mehr genervt werden. Solch dünnes Blech scheppert ganz schön, wenn man es mit der Stichsäge schneidet. Es sollten noch bittere Tage für die Nachbarschaft werden…

Mit hochprofessonellem Equipment wurden dann ein paar kreisförmige Ausschnitte auf den Alublechen markiert. Bin gerade noch rechtzeitig auf den Trichter gekommen, dass man die beiden Bleche auch gleichzeitig schneiden könnte. Geht nicht nur schneller, ist auch der Symetrie förderlich.

Nur der erste von insgesamt 4 Ausschnitten in diesem Element… bis zum bitteren Ende der Sägerei war die Nachbarschaft relativ friedlich.

Auch vom Entgraten fühlte sich wohl noch niemand soweit gestört, dass es ihn zu uns hochgetrieben hätte …

Merke, benachbarte Geduldsfäden werden nicht geschnitten oder gesägt sondern weichgeklopft bis sie reißen – Mission accomplished. Der Versuch von einem Alublech knappe 35mm abzukanten war zwar wenig erfolgreich, aber in Bezug auf neue Kontakte zu den Mitbewohnern durchaus wirkmächtig. Ich habs dann irgendwann aufgegeben und mit einer richtigen Kantbank gekantet. Die vergebliche Klopferei hat auch an meinen Nerven genagt.

Es fehlt noch die Verbindung zwischen Pressspan und Aluminium. Direkt kleben war mir irgendwie nicht geheuer, dafür waren die Spaltmaße dann auch zu extrem. Da hätte man einigen Stellen eher spachteln als kleben müssen …

Der Plan war daher die oben gezeigten Alu-Winkel mit den Blechen zu verkleben und dann an die Holzunterkonstruktion zu schrauben.

Geklebt wurde mit Uhu-Endfest und Schnellfest. Der Endfest ist nocheinmal ein paar Größenordnungen belastbarer als der Schnellfest. Wer jetzt denkt die Ochsenzungen liegen da nur als Briefbeschwerer, weit gefehlt. Die maximale Festigkeit von Epoxydharzen ( und die UHU-Kleber sind nichts anderes) hängt auch von der Temperatur während des Aushärtens ab. Bügeleisen und Ochsenzungen standen daher abwechselnd auf der Herdplatte und wurden genutzt um die Aluplatten muckelig warm zu halten. 180° schreibt das Datenblatt für maximale Festigkeit vor. Als nette Dreingabe härtet der Kleber so auch deutlich schneller ab. Statt Stunden sind es so nur noch wenige Minuten.

Das Bett wurde mit ein paar alten Leimbindern in neue Sphären gehoben. Auch wenn es vieleicht nicht so aussieht, auch der gestückte Binder ist gerade.

So liegts dann ersteinmal alles Probe…

Im linken Teil klaffte ja noch eine derbe Lücke, die wird mit diesem Minipanel gefüllt. Um auch diesen Platz noch voll zu nutzen, kommt unter das Panel ein kleines Nachtschränkchen. Eine klappe gleicher Bauart verdeckt später auch das Heizungsventil.

Wer etwas aufmerksamer auf die Aluminiumteile geschaut hat, dem sollten die hässlichen weißen Flecken nicht entgangen sein. Da ist das Alu scheinbar fleißig oxidiert, die entstandene Schicht hat sich den Schleifversuchen recht hartnäckig widersetzt. Die Schleifoptik war aber nicht so ganz mein Fall, es sollte noch ne Spur abgerockter und verschlissener aussehen. Das komplette Panel wurde also in den Keller verfrachtet und mit der chemischen Keule bearbeitet. NaOH aka Rohrreiniger löst Aluminium recht rabiat an. Vom Ätzprozess existieren leider keine Bilder. Die komplette Fläche des Panels war dünn mit Klopapier bedeckt, in welches dann der Reiniger getropft wurde. Solche Schweinereien sollte man jedoch nur an gut belüfteten Orten machen. Innerhalb kürzester Zeit fängt die ganze Suppe an zu blubbern  und setzt Amoniak frei. Einwirkzeit war in etwa 6-10 h.

Das Resultat sieht dann in etwa so aus. Nach dem Ätzen müssen die Rückstände noch abgewaschen werden (Leitungswasser reicht) und die Oberfläche ist noch hochglänzend. Im Laufe der nächsten Tage sollte alles noch etwas nachdunkeln. Die recht dunkle Färbung auf dem Foto lässt sich mit Ätzen alleine nicht erreichen. Etwas Farbnebel aus der Sprühdose wirkt jedoch Wunder.

Die Aussparungen wurden dann mit Lochblechen aus der Restekiste gefüllt. Die warme Luft der Heizung kann so ungehindert nach oben strömen, aber selbst Kleinteile können nicht mehr so ohne weiteres unter dem Bett verschwinden. Die Lüfter aus einem alten Schaltschrank haben keine Funktion und sollen einfach nur den “Industrielook” verstärken.

Gehalten werden die Gitter einzig von 4 Streben die den ganzen Kasten zusätzlich stabilisieren. Auch wenn es sehr filigran aussieht, ist die Konstruktion erstaunlich stabil. 60-80kg trägt sie ohne Probleme. Es ist auch kein Problem, sich mal mit einer Hand abzustützen o.ä.

Die Streben wurden möglichst materialsparend aus dem Abfall der Panels geschnitten.

Im Nachtschränken findet jetzt auch die Ufolampe einen sicheren Platz. In den Pötten und Kästen auf der Fensterbank wächst schon die diesjährige Chiligeneration heran. Sobald das Wetter besser ist ziehen die um auf den Balkon, so lange muss ich mit dem wenig kleidsamen Essemble da noch leben.

mfg

RBT

Zeit: ka

Geld: ~ 25€

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2 Responses to “rbt’s crib – Nachtlager”


  1. 1 dj
    Mai 31, 2010 um 5:59 nachmittags

    Warum schließt du die Lüfter nicht an?
    Das könnte evtl. den Wirkungsgrad des Heizkörpers erhöhen…

  2. 2 rbt
    Juni 2, 2010 um 8:00 vormittags

    ich muss zugeben, dass ich bisher keinen nerv hatte mir dazu gedanken zu machen. ich ziehe vermutlich bald wieder um, ob das Panel dann seine Funktion behält ist ebenfalls fraglich.

    wenn es nocheinmal eine Heizung abdeckt, wird das jedoch in Erwägung gezogen. Als pärchen sollte ich sie ja auch an 230V anschließen können (115V pro Lüfter, us technik)


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