20
Aug
08

blecharbeiten – dirtboard

Als ich noch jung war hießen diese Dinger noch Schutzblech und selbst die ersten Mountain Bikes fuhren noch mit dem klassischen Stahlblech herum. Die etwas cooleren Leute hatten natürlich schon Steckschutzbleche aus Kunststoff, die Teile sehen einfach ne Spur schneidiger aus und scheppern nicht so wenn sich die Schrauben mit der Zeit lösen. Die Plasteteile haben auch lange Zeit meine Velo geziert und sind entgegen anderslautender Vorraussagen auch in all den Jahren nicht gemopst worden. Seit kurzem hat meine Stadthitsche jedoch eine Federgabel und zumindest vorne konnte der Dreckstopper nicht weiterverwendet werden. Dumm nur wenn man am Samstag Abend, kurz nach Ladenschluss feststellt, dass es: 1. bald regenen wird und 2. kein Schutzblech mehr vorhanden ist. Also kurz überlegt und dabei an diese komischen Bleche gedacht, die direkt am Rahmen und nicht mehr an der Gabel befestigt werden. Nach etwas herumsuchen bei Tante G. hab ich auch dann ein paar Vorlagen gefunden, die sich jetzt im Neudeutschmarketingsprech Dirtboards nennen. Gut, so ein Teil wollte ich trotzdem haben, also ab in den Bastelkeller und geschaut was so an Material rumliegt. Zeitvorgabe war erstmal 2h.

Gefunden habe ich dieses Blech:

Recht weiches Alu mit 2-2,5mm dicke, genau das richtige für mein Vorhaben. Kunststoff als Basismaterial fiel aus, da weder GFk-Zeugs vorhanden war noch ein Heißluftfön für Thermoplaste.

Im nächsten Schritt wurden dann die Außenkonturen festgelegt. Unten wird es etwas schmaler damit man Platz zum treten hat. Abmessungen sind ca. 15x30cm, das reicht hoffentlich um den gröbsten Dreck abzufangen.

Grade bei so dünnen Alublechen bietet sich die Stichsäge als Werkzeug an, um die gewünschte Form präzise herauszutrennen. Gesägt wird mit einem speziellen Alu-Sägeblatt und wenig Hub ( bei diesem Schätzchen eh kein Thema). Mit ein wenig Übung muss man nach dem Sägen nur kurz entgraten und man ist fertig. So ist man deutlich schneller als mit dem Dremel, präziser als mit der Flex und muss nicht Angst vor krummen Blechen haben wie bei Blechscheere oder Knabber.

So platt konnte das Blech natürlich nicht bleiben. Dünn und weich wie es war konnte man es noch einfach mit der improvisierten Kantbank grob in Form bringen. Die Kante brachte auf jden Fall schonmal eine Menge Stabilität in die Fläche.

Die Kanten sind sogar recht genau geworden, trotz der primitiven Arbeitsumgebung.

Die platte Fläche in der Mitte hätte eine Befestigung am Unterrohr jedoch ziemlich erschwert, es wurde also Zeit für den Kugelhammer. Gut das es so tolerante Nachbarn gibt, selbst vorsichtiges Geklopfe hört man durch den ganzen Block.

Die Aluminiumlegierung ist wirklich ultraweich und nicht mit der von der Schale zu vergleichen. Den Kanal halbrund auszuformen ging daher angenehm schnell. Durch die Hammerschläge wird das Blech zusätzlich versteift. Zum einen stabilisiern die vielen kleinen Dellen und Huckel und zum anderen verändert sich auch die Struktur des Materials an sich. Wenn man Kupfer treibt ist es wichtig den Gegenstand regelmäßig auszuglühen, damit das Metall weich und formbar bleibt. Bei Aluminium ist mir das bisher noch nicht aufgefallen, vieleicht ist der Effekt da aber auch nicht so stark.

Sieht schon ganz gut aus aber ….

der urspüngliche Winkel war viel zu klein. durch das Hämmern bog sich ja die platte Fläche im Vergleich zur ursprünglichen Position umfast 90° nach oben, die Flügel an der Seite wanderten langsam mit. Der Winkel hat sich relativ gesehen nicht verändert, war aber trotzdem so nicht mehr tragbar.

Also wieder ab in die Kantbank damit und alles mit viel Gewalt ein Stück weitergebogen.

Die Außenkante der Flügel bekam vor dem Schleifen noch eine leichte Wölbung verpasst, der Kanal fürs Unterrohr wurde nur ganz grob angeschliffen.

noch ein Bild…

Montiert sieht das ganze dann so aus. Die dünnen Kabelbinder sollen zukünftig durch Schlauchschellen aus Edelstahl ersetzt werden. Erst möchte ich aber sehen ob sich die Konstruktion bewährt. Um Kratzer am Lack zu verhindern, liegt zwischen Blech und Rohr noch ein Stück aus einem geplatzten Fahrradschlauch. Bevor das Dirtboard endgültig montiert wird kommt auch noch eine Lackierung drauf. Blankes Alu ist einfach viel zu anfällig für Fingertippser und Dreck aller Art.

Das Radel in der Totalen.

Insgesamt hat der Spass dann ca. 2,5h gedauert, aber das ist noch zu verkraften gewesen.

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Zeit: 2,5h

Geld: keins ( Sperrmüll is toll)

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6 Responses to “blecharbeiten – dirtboard”


  1. 1 FrooP
    August 20, 2008 um 9:23 pm

    dirtboard also… komisches neudeutsch, wie immer kranke verarbeitungs skills und schniekes ergebniss, bekommst n KEKS 🙂

  2. 2 twentytwo
    August 21, 2008 um 10:32 am

    wollte mir sowas mal für mein citybäik kaufen, allerdings hatte ich nie ihm internet etwas gefunden! (so ein rahmendreckbrett, wie ich finde schaut besser als ein gabeldreckbrett aus!)
    was ich allerdings noch nicht klären konnte, wie ist das eigentlich mit dem schutz vor nässe ? bringt das wirklich genausoviel wie ein normales schutzblech ?

    ansonsten schönes how-to, gute idee! macht wieder mal richtig lust zum selbermachen^^

  3. 3 rbt
    August 21, 2008 um 2:09 pm

    @froop danke fürn keEeks

    @twentytwo: also ganz so top wie ein gabelbrett isses natürlich nich . das gabelbrett dreht sich in kurvenfahrten ja mit, das brett am unterrohr greift bei stark eingelenktem lenker eher in leere und es können ein paar spritzer dran vorbeigehen.
    ist aber nicht soo tragisch, da man bei hohen und dreckintensiven geschwindigkeiten nicht so stark einlenkt (is auch noch gesünder…).

  4. August 21, 2008 um 4:48 pm

    schutzblech 😄
    das hat unnötig gewicht und gehört daher nicht an mein MTB
    nach der Tour gestern sah ich zwar wie die sau aus. aber so machts spaß 😛

    ich denke dein rad ist eher ne stadtschlampe? *G*

  5. 5 rbt
    August 21, 2008 um 7:55 pm

    ja hab hier im umkreis vieler km nichts höheres als nen maulwurfshügel…
    das ding wird zu 99% im stadtverkehr bewegt. da isses zwar nich schlammig aber dreckig und dreckspritzer auf gesicht und klamotten sind gesellschftlich ja wenig anerkannt ^^, wenn man sich nicht mit sport o.ä. herausreden kann.
    ausserdem regnets bei mir jeden tag. mal dreckig und nass werden ok … aber irgendwann verliert das auch den reiz des neuen.


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