02
Mrz
09

RBT’s Schlepptopkiste

RBT’s Schlepptopkiste

Seit einem knappen dreiviertel Jahr bin ich nun Besitzer eines kleinen aber feinen 13″ Laptops. Lange Jahre war ich entschiedener Verfechter von Desktopsystemen, aber im studentischen Alltag lernt man die neugewonnene Flexibilität schnell zu schätzen, die einem so ein mobiler Rechenknecht eröffnet. 13 Zoll, so war der Plan, sollten auch noch den Vorteil haben, dass man sie problemlos in nahezu allen denkbaren Rucksackgrößen versenken kann.

Damit nähern wir uns auch schon dem Kern der heutigen Aufgabenstellung. Als begeisterter Radfahrer kommt mir so etwas wie eine Laptop-Tasche zum umhängen auf keinen Fall in die Tüte. Bei meinem oft recht verkehrswidriegen forcierten Fahrstil nervt so ein Umhängedingsbumms nur. In den allermeisten Fällen muss man ja auch noch andere Sachen mitnehmen, man hätte also immer eine Tasche plus Rucksack am Bein.

Meine bisherige Lösung des Problems war ein simpler Stoffbeutel einer größeren Lebensmittelkette als Lappischoner im Rucksack. Wenn es nur darum ging ein Mindestmaß an Ordnung und Kratzfestigkeit bereit zu stellen, war das schon gar nicht so verkehrt. Je öfter ich aber mit meiner vielen hundert Euro schweren Investition im Rucksack in verkehrstechnisch etwas brenzlige Situationen geraten bin, um so stärker wurde auch der Wunsch den Rechner vor mechanischer Überlastung zu schützen.

Es musste daher auch eine schnelle Lösung gefunden werden. Formen bauen, oder sonst irgendwelche Spirenzchen fielen also aus.

Anforderungskatalog:

1. billig

2. leicht

3. einfach zu bauen

4. schick

5. sollte zumindest einen Sturz überstehen

6. Toploader (damit die Kiste im Rucksack bleiben kann)

Wie gesagt, gfk, cfk oder sowas vielen aus, aufgrund des minimal zu betreibenden Aufwands. Alu wäre als Werkstoff zwar geeignet, um es in Form zu bringen reicht mein Maschinenpark aber leider nicht.

Als Alternative blieb mir da noch Zellulose, ob ganz klassich, als das was landläufig so gerne als „Holz“ bezeichnet wird, oder in der Form von Wellpappe. Mein Misstrauen gegenüber der Pappe hat mich dann dazu bewogen mich ans Holz zu halten. Im Falle eines Sturzes, oder wenn man nochmal ebend was tackled, wäre der Schutz wahrscheinlich gewährleistet. Im Dauereinsatz hätte der Zahn der Zeit aber wohl zu großen Appetit bewiesen.

lappklein_leim

Am Ende ist es dann ein wilder Materialmix geworden. Als leichtes Grundmaterial kommt Sperrholz zum Einsatz. Das ist zwar leicht und gleichzeitig stabil, aber in der Regel aus recht weichen Hölzern verleimt. Kratzfestigkeit ist also nicht gegeben, gutes Aussehen fehlt auch. Um diese Nachteile auszugleichen wurde dem Ganzen daher eine zusätzliche Schicht Lage Mahagoni verpasst. Die Materialstärke der Edelholzauflage mag auf den ersten Blick etwas übertrieben wirken, aber dazu später mehr.

lappklein_frase

So ein kantiges Ding hätte mir auf Dauer wohl die geliebten Rucksäcke aufgerieben, also ist die Kiste erstmal an der Oberfräse vorbei gewandert. Der Radius entspricht ziemlich genau der Materialstärke des Mahagonis. Leider habe ich keine Maschinen um Furnier um Rundungen zu ziehen, sonst hätte man sich wohl so eine massive Verblendung sparen können.

lappklein_probe

Hier sieht man den neuen Bewohner der Kiste schon einmal probeliegen. Der satte Abstand zu den Außenflächen ist der Schaumstoffdämmung geschuldet, die später für eine weiche Landung im Falle des Falles sorgen soll.

lappklein_haken

Nur bedingt stolz bin ich auf das Verschlusssystem der Kiste. Diese einfachen Haken sichern den Deckel, sind aber erstaunlich schnell zu öffnen und gewährleisten eine stabilen Sitz des Deckels auf der Kiste.

lappklein_innen

Damit der Laptop auch noch einfach zu erreichen ist, wenn die Kiste im Rucksack steckt, kommt der Deckel nach oben. Dafür wurde die fertig verleimte Kiste einfach mit Winkelanschlag an der Kreissäge vorbeigeschoben. Auf diesem Bild sollte so langsam klar werden, wie das ganze später einmal aussehen wird. Bei den Seitenflächen wurde dann trotz des hohen Gewichts auf  Alu zurückgegriffen, man spart halt ein paar Milimeter in der Dicke. Hier sind sie noch provisorisch mit Klebeband befestigt.

lappklein_alu

Und so sieht das Alu aus, nachdem es von Hand geschliffen und gebürstet wurde. Leider konnte ich die Teile nicht eloxieren, auf Dauer werden sich Kratzer also nicht vermeiden lassen.

lappklein_kleber

Verklebt wurde das ganze mit Uhu Endfest, einem Epoxydharzkleber. Wenn man Holz mit Aluminium verbinden will, gibt es meines Wissens nach keinen besseren Kleber und ich hab jetzt schon so einige Exoten durch.

lappklein_imp1

Die üblichen Impressionen meines Machwerks…

lappklein_imp2

lappklein_imp3

Fazit: Am Ende ist die ganze Kiste doch etwas schwerer geworden als erwartet. sie bringt fast ein Kilo auf die Wage und zusammen mit den 2,5kg Laptop macht sich das auf jeden Fall auf dem Rücken bemerkbar. Auch wenn der abschließende Praxistest noch aussteht (und auch hoffentlich nie eintritt), glaube ich doch das man sich mit dem zusätzlichen Gewicht einen Schutz erkauft hat, der ein Toughbook wie Barbiezubehör aussehen lässt. Auf eine ähnlich brachiale Optik habe ich dabei bewusst verzichtet, man muss ja nicht permanent durch military- oder outdoorstyling nach außen kommunizieren wie supi stabil sein Produkt ist.

Zeit: 2 Wochenenden

Kosten: keine, mal wieder alles Restekiste

mfg

RBT


5 Responses to “RBT’s Schlepptopkiste”


  1. 1 criz
    März 3, 2009 um 3:03 pm

    fehlen wohl nur noch die rammböcke für dein rad und du kannst bei den jungs und mädels von cyclecide mitmachen 😉

    • 2 rbt
      März 3, 2009 um 6:28 pm

      oh man die karpotten kannte ich noch garnicht. sieht auf jeden fall nich schlecht aus was die da bauen.

      vom fahrstil bevorzuge ich aber eher sowas:

  2. 3 FrooP
    März 3, 2009 um 8:44 pm

    *sprachlos vor dem meister verbeug*

  3. 4 miltischnorrer
    März 4, 2009 um 3:56 pm

    muhaha so viel autos wie in dem vid seh ichn ganzen tag ned , deswegen is mein fahrstil ein bisschen anders 😉

  4. 5 rbt
    März 4, 2009 um 7:53 pm

    oh man da musst du ja schon richtig jwd wohnen, wobei ich zugegebenermaßen auch noch nicht mit new yorker/chicagoer/berliner zuständen zu kämpfen habe …


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