18
Mai
09

LED-Tester aka Konstantstromquelle 20mA

Manch einem Bastler mag es ähnlich gehen: Man wühlt in der Bauteilkiste (JEDER hat mindestens eine unsortierte Kiste!) nach einer LED, man sucht nicht irgendeine, sondern eine weisse muss es sein!

Nun, das Problem beginnt genau dort. Die meisten 3-5mm Standardleds haben heutzutage ein glasklares, nicht eingefärbtes Gehäuse, also kann jede der 15 Leds im Bauteil-Gewusel eine weisse sein!. Auch besitzt jede Led-Farbe ihre ganz eigene Durchlass-Spannung, während der Strom, den sie benötigen sich meistens im 20-30mA Bereich bewegt (bei 3-5mm Standardleds zumindest).

Genau hier kommt dieses kleine Helferlein ins Spiel:

ledtester_02

Dabei handelt es sich um eine auf eine 9V Batterie (oder an die vielbenutzten Batteriehalter mit Clip-Anschluss) aufclippbare 20mA Konstantstromquelle. Man kann einfach die Led richtig gepolt anschliessen und sie bekommt auf den mA genau ihre 20mA Strom, die sie zur maximalen Leuchtkraft benötigt. Die passende Spannung stellt sich automatisch ein.

Dieser Tester hat weitere Vorteile, er ist…

  • …klein, wiegt fast nichts, ist in jeder Bastelkiste schnell verstaut
  • …billig, denn er besteht nur aus 2 Bauteilen, die zusammen keine 50cent kosten. Der 9V Clip ist aus einer alten 9V Batterie entnommen. Die gibts an jeder Sammelstelle zuhauf!
  • …sparsam im Verbrauch, kann also auf der 9V Batterie sitzen bleiben. Im Leerlauf verbraucht er so gut wie keinen Strom.
  • …UNIVERSELL, denn jede Standard-Led lässt sich schnell auf Ihre Farbe hin untersuchen. Auch Leds, die mehr Strom verbrauchen, glimmen zumindest leicht!!!
  • …robust! Ein kurzes Falschpolen an der Eingangsseite oder am Ausgang nimmt einem der LM317 nicht direkt übel!

Der Zusammenbau ist schnell erledigt. Man lötet einen 62R Widerstand zwischen OUT und Adjust eines LM317 Spannungsreglers. Der Ausgang steht dann zwischen Adjust (+) und Masse (-) zur Verfügung.

Das ganze kann man auf einem ausgebauten 9V Clip schnell mit Heißkleber befestigen, ich habe die Minivariante des LM317 im TO-92-Gehäuse genommen.

Der Ausgangsstrom benötigte Widerstand berechnet sich zu 1.25V/“Gesuchter Strom in A“. In diesem Fall also 1.25/0.020A=62.5R. Man nimmt also den nächst verfügbaren Wert, den man da hat. Für einen kurzen LED Test ist es unerheblich, ob sie jetzt kurzzeitig 19mA oder 30mA bekommt, es sei denn es handelt sich um eine spezielle 2mA-Stromsparled…

Natürlich sind alle anderen Ströme auch einstellbar, man sollte aber im Leistungsbereich des LM317 bleiben, welcher im Datenblatt ersichtlich ist. Ein Schaltbild und weitere Informationen zur Ermittlung des Widerstandes und der Leistung, die am LM317 abfällt, gibt es hier.

Abschliessend noch zwei Bilder des Testers:

ledtester_01

ledtester_03


7 Responses to “LED-Tester aka Konstantstromquelle 20mA”


  1. 1 twentytwo
    Mai 18, 2009 um 3:39 pm

    mit so einem adapter könntest du mal in serie gehen !

    wie oft hatte ich das selbe problem, bis ich mir auch so ’n ding gebastelt hab (alles natürlich nicht so schön🙂 )

    ich glaub das problem ist weiter verbreitet als du wahrscheinlich annehmen möchtest.
    wäre ja ne marktlücke . . .

    mfg 22

  2. 2 jngd
    Mai 18, 2009 um 7:34 pm

    Ja, so clipbar in der Groesse hab ich die auch noch nirgends gesehen.
    Nur als klobiges Gehäuse. Nächster Versuch wird es sein, die Buchse direkt
    ins Gerät zu integrieren, ohne Kabel also. Und ein Wahlschslter zwischen 3
    Strömen…

    Wir werden sehen. Danke schonmal fuers Feedback!

  3. Mai 18, 2009 um 8:17 pm

    Simpel und doch sehr cool. Erste Reaktion: kann doch nicht sein, dass es sowas nicht gibt?!?!?! Ist aber wohl so.

  4. 4 rbt
    Mai 20, 2009 um 7:58 pm

    mhh kabel ist wirklich nicht nötig, aber hat den vorteil, dass man sofort sieht wie der krams gepolt ist. mann könnte das kabel aber optional machen bzw eines mit nadelspitzen. SMD-zeugs hat man ja nu auch oft genug und spätestens bei den high-power leds kommt man nicht mehr drumherum.

    schalter mit wahlmöglichkeiten wäre natürlich auch sehr praktisch, zumindest 20mA und 2mA (bzw irgendwas deutlich über 20mA wenn man so wie ich öfters mit HP-LEDs hantiert)

  5. November 14, 2009 um 8:42 pm

    Es geht auch mit noch „normaleren“ Bauteilen (2 NPN-Transistoren und 2 Widerstände):
    http://www.elexs.de/led2.htm (der Schaltplan ganz unten und das zugehörige Bild)
    Auch bei dieser Schaltung fließt ohne LED gar kein Strom (weil der Stromkreis nicht mehr geschlossen ist) und sie ist (je nach den verwendeten Bauteilen) auch noch kleiner.
    Auch da lässt sich der Strom anpassen, indem man den 30 Ohm-Widerstand durch einen Widerstand mit dem Wert 0,6V / ersetzt.
    twentytwo: Diese Schaltung gibt es bei Pollin als Bausatz für 1€ (allerdings nicht so klein): http://www.pollin.de/shop/dt/MjY5OTgxOTk-/Bausaetze/Diverse/LED_Konstantstromquellen_Bausatz.html

    rbt: Wenn du zwischen 2mA und 20mA umschalten möchtest: http://www.n-regen.bplaced.de/redir.php?file=Umschaltbare%20Konstantstromquelle%20(LM317).png bzw. in der Bauweise mit den beiden Transistoren http://www.n-regen.bplaced.de/redir.php?file=Umschaltbare%20Konstantstromquelle%20(diskret).png

    Und für alle, die andere Stromstärken brauchen:
    Um die Widerstandswerte für andere Stromstärken (bei der Schaltung mit dem LM317) zu berechnen, gibt es sogar eine Website: http://www.roboternetz.de/phpBB2/konstantstrom.php (mit Schaltplan, falls sich jemand die Verschaltung nicht vorstellen kann)
    Außerdem kann man statt einem festen Widerstand ein 250 Ohm-Poti verwenden. Dann kann man die Stromstärke zwischen 5mA und 1,25A regeln. Das ganze passt auf ein 4×4-Stück Streifenrasterplatine: http://www.n-regen.bplaced.de/redir.php?file=LM317-Konstantstromquelle.jpg

  6. 6 rbt
    November 19, 2009 um 5:49 pm

    danke für den ausführlichen post. frage zum verständnis .. wo bekommt man ein so schweres poti für kleines geld ? der Widerstand liegt ja in reihe mit dem ausgangsstrom, bei über 1,2A Ledstrom fällt doch auch bei R einiges ab.

  7. November 19, 2009 um 6:38 pm

    Zur Verlustleistung: Laut ElKo (http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/ureg3pin.htm) ist der minimale Widerstandswert 0,8 Ohm (was einem Stromfluss von ca. 1,6A entspricht), wobei dann am Widerstand 1,9W abfallen.
    Bei mir funktioniert das Ganze allerdings mit einem Piher PT10-Potentiometer, das laut Datenblatt eine Verlustleistung von 150mW aushält.
    Diese Potis kriegt man z.B. bei Pollin (0,10€), Reichelt (0,20€), Conrad (0,46€) und IT-WNS (0,29€).


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


Watt is hier Sache?

in einem Wort: DIY
Selbermachen aus Prinzip, aus Spass oder einfach weil mans kann. Ganz grundsätzlich dreht sich hier alles rund um Elektrotechnik, Mechanik und wie man seine Basteleien hübsch verpackt (aka Design). Für die Naschkatzen gibts die Kategorie "Köstlichkeiten", selbstgemacht ist hier natürlich auch das Essen!

contact

botchjob (a) web.de

Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

Schließe dich 100 Followern an