18
Okt
10

fortschreitende restaurierung

Der bessere meiner Klassikrenner war vom Vorbesitzer leider etwas verbastelt worden. Das Schaltwerk war mit Sicherheit nicht das orginale und für die Pedalen gilt das um so mehr.

Wie ich mir da so sicher sein kann? Nun die Nachforschungen ergaben, dass der Rahmen irgendwann zu Beginn der 80er Jahre (vermutlich 81 oder 82) als Promo für die 600AX Gruppe von Shimano gebaut wurde. Der tatsächliche Hersteller ist nicht mehr bekannt, stammt aber vermutlich aus Japan, auch wenn das Rad die Labels eines spanischen Herstellers trägt. Alles ohne „AX“ Kürzel im Namen ist daher hier fehl am Platze.

Verbaut waren vorne (wie zu erwarten) der 600AX Umwerfer und die passende Kurbel aus der Gruppe. Die Pedalen stammen zwar auch aus dem Shimanostall, aber die selbstgedrehten Adapter sorgten schon für hochgezogene Augenbrauen. Oginool is anners!

Steht Shimano dran, ist aber das bewährte System von Look.

Einer der ominösen Adapter. Glücklicherweise ist wohl nur wenig Feuchtigkeit in die Gewindegäge eingedrungen und es hatte sich nichts kaltverschweißt. Gefettet war da leider nichts und für eine Demontage waren die Dinger wohl auch nicht gedacht. Ansatzpunkte für Zangen oder sonstiges Werkzeug fehlten komplett. Mit 2 frischen Bohrungen und einem variablen Stirnlochschlüssel konnte das Ding dann doch überredet werden den Kurbelarm wieder zu verlassen.

Die Adapter waren nötig, da sich Shimano bei der 600AX ( aber nicht nur da ) eine Extrawurst gebraten hat. Der Gewindedurchmesser für das „Dyna-Drive“ getaufte Pedalsystem beträgt ungewöhnliche 1″. Durchgesetzt hat sich das natürlich nicht und so sind die passenden Teile heute eher was für das Kursiositätenkabinet (oder für mich😉 )

Glücklicherweise ist die Nachfrage nicht besonders hoch und man kann noch vergleichsweise günstig an entsprechendes Material herankommen. Für die Bremsen gilt dies jedoch nicht. Trotz mieser Bremsleistung sind das gesuchte Raritäten.

Das hintere Ende des Antriebs konnte ebenfalls „erneuert“ werden.

Hintenrum ist nun auch endlich alles 600AX

Im direkten Vergleich mit der normalen 600er lassen sich die Besonderheiten der „Aerodynamix“-Untergruppe  ganz gut herausarbeiten.

Unterschiede gibt es bereits bei der Zugführung. An der 600er bewegt sich der Zug auf den letzten 2ocm durch eine flexible Zugführung. Den nachträglich eingebrachten Ansatzpunkt für die Zugführung sieht man am rechten Bildrand auf der Kettenstrebe. An dieser Stelle verfügen die meisten Rahmen über einen entsprechenden Anlötsockel. Die 600AX verzichtet auf solche luftverwirbelnden Plastikhüllen und führt den Zug sehr eng am Ausfallende vorbei in die Mechanik.

Weitere Optimierungen wurden im Bereich der Kettenführung vorgenommen. Das obere Ritzel wurde strömungsgünstig verkleidet und das untere Zahnrad weist einen etwas geringeren Durchmesser auf, als das der 600er ohne Namenszusatz.

In der Frontalansicht, ist zu erkennen, dass die Aeroversion der Schaltung auch eine deutlich geringere Stirnfläche aufweist. Die Verbindung zum Schaltauge ist recht flach, das Trapez ist deutlich filigraner und auch das Gelenk mit Verbindung zur Kettenführung ist größtenteils hinter der Achse des oberen Zahnrads verborgen.

Bei meinem gegenwärtigen Trainingsstand werde ich von aerodynamischen Verkleidungen und kleineren Stirnflächen natürlich absolut garnichts bemerken, aber sowas fährt man ja auch nicht für Bestzeiten…

mfg

RBT


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