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Apr
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QND – Das Longboard (1/3)

Man Frage mich bitte nicht, welcher Teufel mich geritten hat, auf meine alten Tage nochmal noch mit einer Fun/ Extreme-Sportart anzufangen (ob „Fun“ oder „Extreme“ korreliert vermutlich aufs engste mit dem gefahrenen Gefälle). Die plausibelste Erklärung ist wohl, dass man für dumm tüch eh nie zu alt ist und erst recht nicht bis zur Midlife-crisis warten muss.

Nun in diesem Falle überkam mich das dringende Bedürfnis mal die Sache mit den Longboards auszuprobieren. Das sah auf den ersten Blick nicht all zu verwegen aus und praktisch schien es auch noch zu sein. Also gesagt und nichts getan, denn der Sport fristet zur Zeit noch ein Nischendasein und ich hatte niemanden den ich mal um eine Probefahrt hätte bitten können. Ein neues Komplettboard (Complete) kostet aber selten weniger als 2oo€, was meinem inneren Schotten doch massives Sodbrennen bereitete, denn Nichtgefallen wurde nicht ausgeschlossen (hab auch in Kinder- und Jugendtagen nie ein Streetdeck oder ähnliches gefahren). Der Sparfuchs in mir machte also ein Einsteigersetup ( Kugellager, Rollen, Achsen) in den USA ausfindig und der innere Handwerker machte dezent auf den überwiegend hölzernen Charakter der Decks aufmerksam. Kann ja nicht so schwer sein sowas selbst zu machen. Sieht aus wie Schichtholz. Ein wenig gewölbt ist es auch … Long story short: Schotte und Handwerker waren sich ziemlich schnell einig, dass man nen Board auch für unter 100€ auf die Straße stellen kann.

How not to build a Longboard… part1

[schönere Boards siehe hier: 1, 2, 3, und in ganz schön: hier ]

Nun im Laufe des R&D-Prozesses stolperte man dann über einen Herrn Toothless und seine famose Seite zu 1000 und 1er Art ein Longboard zu bauen.


Wie man unschwer erkennen kann, habe ich mich an die „Basic“ Methode gehalten. d.h. nur camber, kein concave.

Bevor man aber über kleben und pressen nachdenken kann, benötigt man erst einmal passendes Material. Auf dem Bild ist eine Tafel 4mm, 3 lagiges Sperrholz aus Gabun zu sehen. Stand halt so rum und sah auf den ersten Blick recht vielversprechend aus.

Mit dem passenden Werkzeug lassen sich daraus 3 schöne Platten Sägen, die nach Möglichkeit 2-3 Zentimeter Übermaß aufweisen sollten.

Hier liegen die 3 geplanten Lagen bereit und lassen bereits den gewünschten Aufbau des Laminats erkennen. Außen 2 längs gemaserte Lagen und eine Mittellage mit querlaufenden Fasern. Die Außenkante kann man auch mit der Stichsäge schneiden, da kommt es nicht so drauf an (wird später eh abgeschnitten). Die Längsfasern sollten (so zumindest die Idee) die Hauptlast des Fahrers aufnehmen, die Querlage Torsionskräften entgegenwirken.

Im ersten Anlauf wurde versucht nur 2 Lagen zu verkleben. Mangels passender Holzleime wurde PU-Montagekleber (aka Gorilla Glue) verwendet. Kinder, Macht DAS NICHT! Das Zeug härtet schneller aus als man eine Seite damit einschmieren kann und die Klebewirkung ist unterdurchschnittlich.

Um nicht nochmal so einen Pfusch zu produzieren wurde für Lage 3 ein ordentlicher Holzkleber organisiert und mit einem deutlich robusteren Klemmenesemble an das vorhandene Brett gegloddert.

Unter ordentlichem Holzkleber lässt sich zum Beispiel dieser hier verstehen: Titebond 3 ultimate wood glue. Ist afaik gegenwärtig das non plus ultra auf dem Retailmarkt. Das abgebildete Gebinde sollte für 10-20 Boards reichen.

In der Zwischenzeit ist dann auch mal das Setup aus China mit Zwischenstop in der amerikanischen Festlandskolonie der Chinesen bei mir angekommen (nächste mal importier ich direkt…)

Das Fazit zu meinem ersten Versuch ein Brett auf Rollen zu stellen möchte ich mir für das Ende des Bauberichts aufheben. Hab das ja nicht umsonst how NOT to … genannt.

mfg

RBT

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10 Responses to “QND – Das Longboard (1/3)”


  1. April 15, 2011 um 2:30 pm

    Longboarden hab ich mir auch schonma überlegt. Allerdings wär ich hier ganz auf mich alleine gestellt und irgendwie wär alles zu steil oder zu flach :/

  2. 2 rbt
    April 16, 2011 um 7:58 pm

    mhh aufm flachen muss man halt etwas pushen. wenn der straßenbelag gut ist, ist das sogar ne recht zügige art sich forzubewegen (15-20km/h). an die sache mit den steilen bergen taste ich mich gerade heran, denke das ich mich gerade irgendwo zwischen 30-40km/h bewege. mehr berg muss noch nicht sein …

    bau dir nen brett und ratz fatz kommen noc hmehr interessierte aus den löchern gekrochen.

  3. April 20, 2011 um 7:55 am

    ich hab grade netmal zeit zum Biken 😀
    wär aber ganz nett um von der bahn in die Hochschule/Geschäfft zu kommen.
    ist es damit eigentlich einfacher zu fahren als mit nem normalen skateboard?

  4. 4 rbt
    April 20, 2011 um 12:58 pm

    mhh ja ich bin auch über den täglichen weg zwischen ÖPNV und Endziel zum rollen gekommen. Ob es Einfacher ist als mit dem Skateboard ? – Keine Ahnung, habe nie wirklich aufm nem „normalen“ pool oder streetdeck gestanden. Kannst aber davon ausgehn, dass es „anders“ ist, da die Achsgeometrie deutlich unterschiede zu den herkömmlichen skateachsen ausweist. Stichwort wäre da „Reversed Kingpin/RKP“. Die achsen lenken deutlich stärker ein und erlauben so auch einem langen Brett halbwegs enge Kurvenradien.

    Wenn es dann ans eingemachte geht ( Slalom, Downhill) dann dürfte sich der Schwierigkeitsgrad nicht so sehr unterscheiden. Bis man da eine stabile basis hat, brauchts 1-2 Jahre. Das entspannte Cruisen in der Stadt hat man aber nach ein paar Wochen schon verinnerlicht.

  5. Mai 13, 2011 um 6:28 am

    bin gespannt auf die fortsetzung.jedesmal wenn ich da drüben in diesem großen land über dem teich bin, steh ich mit großen augen vor diesen tollen longboards. gekauft hab ich bisher noch keins. selbstbau wäre ´ne alternative. wie geschrieben, ich bin gespannt auf die folgenden parts deines baus.

  6. 6 rbt
    Mai 24, 2011 um 1:00 pm

    ah kommt, bei dem schönen wetter kreisel ich lieber in der weltgeschichte herum als mich mit dem Indernett zu beschäftigen 😉


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